Wirksam werden in Organisationen - system(theoret)ische Interventionsstrategien


Agiler, digitaler, holokratischer, achtsamer - in den aktuellen Diskussionen um zukunftsfähige Beratungs- und Managementansätze werden Schlagwörter gehypt und Konzepte angepriesen, die oftmals mit systemischen Argumentationsfiguren (wie z.B. Selbstorganisation) argumentieren, ohne dass diese differenziert betrachtet und in ihrem umfänglichen Potential umgesetzt werden.

Das Seminar setzt grundlegender an. Knapp und komprimiert werden Kernideen systemischer Klassiker (v.a. Bateson, Maturana und Luhmann) vorgestellt, in Form „Systemischer Gebote“ verdichtet und sodann praktisch erprobt. Auswahlkriterium für die Gebote ist die Frage: Was benötigen systemische BeraterInnen an Wissen, Konzepten und Tools, um in der beraterischen Begleitung von Teams und Organisationen wirksam zu werden.

Ein besonderer Fokus wird auf organisationstheoretische Grundfragen gelegt. Auch wenn man in der Arbeit zumeist im direkten Kontakt mit Einzelpersonen ist (und diesen Kontakt professionell gestalten muss), sind die Systemebenen „Team“ und „Organisation“ hochrelevant für den Beratungserfolg: Wie lässt sich das Verhältnis Person-Team-Organisation denken und konzeptionell in die systemische Praxis integrieren?

Das Seminar ist vornehmlich konzipiert als eine „Denktankstelle“ - Was sind die relevanten systemtheoretischen Quellen und Ideen, die in der praktischen Arbeit „einen Unterschied machen, die einen Unterschied machen“ (Bateson)? - Die Teilnehmenden erhalten eine Übersicht über die wichtigsten Konzepte der Organisationsberatung, wie sie vor allem bei Simon, Weber and Friends gelehrt werden.

Datum:

25.- 26.07.2019

Investition:

430 Euro


Torsten Groth

Beratung von Familienunternehmen
Forschung & Lehre Uni Witten/Herdecke
Lehrtrainer systemische Beratung


Inhalte

  • Welt als Konstruktion, Organisation als Konstruktion
  • Neue, agile Organisations- und Führungsansätze im Lichte der neueren Systemtheorie
  • Organisationen als Ermöglicher und Verhinderer von Entscheidungen
  • Strukturell angelegte Konflikte und Rationalitäten im Organisationsalltag
  • Das Team als Ort der Paradoxiebewältigung von Organisationen
  • Destruktive Muster in Teams erkennen und verändern
  • Die Funktion von Führung und Beratung in Veränderungsprozessen

Methoden

Inputs, kleine Übungen, Rollenspiele und Fallsupervision


Voraussetzungen

Vorkenntnisse in systemischen Arbeitsweisen sind wünschenswert


Zertifizierung

Die Teilnehmer/innen erhalten ein Teilnahmezertifikat.


Literaturempfehlung

  • Groth, Torsten (2017): 66 Gebote systemischen Denken und Handelns (2. Aufl.). Heidelberg
  • Simon, Fritz B.(2017): Einführung in Systemtheorie und Konstruktivismus (7. Aufl.). Heidelberg