Warm Data Lab – wie Menschen zu komplexen Themen in Dialog gebracht werden können


Der Warm Data Lab-Prozess ist eine einladende und scheinbar simple Weise, eine Gruppe von Menschen bezüglich eines komplexen Themas in einen Dialog zu bringen. Jeder, unabhängig von Alter oder Beruf, kann an einem Warm Data Lab teilnehmen. Von Schulkindern über Manager und Familien bis hin zu Unternehmen ist ein Warm Data Lab ein offenes Forum dafür, zu lernen, zu diskutieren und zu entdecken. Es basiert nicht auf vorherigem Wissen oder Fähigkeiten, sondern wird beide in einer Atmosphäre wechselseitigen Lernens steigern.

GastgeberIn eines Warm Data Lab zu sein, ist eine andere Geschichte. Der Gastgeber dieses Prozesses muss eine starke Ausgangsbasis in den vielen theoretischen Grundlagen haben, die den Prozess untermauern. Für eine wirkungsvolle Warm Data Lab-Erfahrung ist ein vorbereiteter und wohlorganisierter Gastgeber erforderlich. Als Ergänzung zu dem Anschein von schlichter Offenheit des Warm Data Lab ist die Stringenz des Vorgehens entscheidend, innerhalb derer es stattfindet.

Ein gutes Warm Data Lab ist eine kunstvolle Balance daraus, einerseits den Lernhorizont der Gruppe offen zuhalten, und andererseits Bedingungen zu schaffen dafür, dass stringentes und facettenreiches Entdecken stattfindet. Der Zauber dieses Prozesses liegt in der Verbindung und dem Lernen der Teilnehmenden selbst, die weder erzwungen noch in ein einzelnes “Wissen” geleitet werden können, sondern stattdessen eingeladen werden, neue Assoziationen, Verbindungen und Wahrnehmungen zu erschaffen – als Individuen in wechselseitigem Lernen.

Was ist ein Warm Data Lab?

Diese von Nora Bateson entwickelte Methode unterstützt Gruppen, die daran interessiert sind, ihre kollektive Fähigkeit, komplexe Themen wahrzunehmen, zu diskutieren und zu erforschen, zu stärken und weiterführend zu üben. Indem Perspektiven verändert werden, steigert der Warm Data Lab-Prozess die Fähigkeit, auf schwierige oder “schlimme” Probleme zu antworten. Weil so viele der Herausforderungen, vor denen wir heute stehen, komplex sind, brauchen wir Ansätze, um dieser Komplexität zu begegnen. Obwohl ein Wunsch besteht, diese komplexen Angelegenheiten in Begriffe umzuformulieren, für die sich vielleicht simple Lösungen anbieten, führt dies üblicherweise zu unbeabsichtigten Folgen von Reduktionismus und zu neuen Problemen.

In Komplexität zu denken, erfordert jedoch die Fähigkeit, über vielfältige Perspektiven und Kontexte hinweg wahrzunehmen. Dies ist kein Muskel, der in der Schule oder der Arbeitswelt trainiert worden wäre. Es ist eine Fertigkeit, die in unserer Ära dringend benötigt wird, um unser persönliches, berufliches und kollektives Bedürfnis zu erfüllen, auf Krisen zu antworten und unser Leben zu verbessern.

Das Warm Data Lab ist ein lebendiges Kaleidoskop von Gesprächen, in denen Information und Formulierung von Kontexten überquerendem Wissen erzeugt werden. Der Gesprächsprozess ist so gestaltet, dass er nahtlos mehrfache theoretische Prinzipien in einem praktischen Format involviert. Der Prozess beruht auf der Verwendung zweier Konzepte: Transkontextuelle Interaktion und Symmathesie.

Das Warm Data Lab ist ein Werkzeug dafür, Beziehungen zu enthüllen, die unerlässlich sind und eingewoben in die Komplexität der Themen/Probleme, an denen wir arbeiten. Dieser Prozess ermöglicht es uns, neue Muster zu sehen, neue Kausalitäten, und auf sie mit einem erheblich breiteren Verstehen zu antworten.

Die Kurssprache ist in Englisch und wird auf Deutsch übersetzt.

Datum:

27. - 31.07.2020

Investition:

1.250 Euro


Nora Bateson

Filmemacherin, Autorin, Lehrende, Dozentin, Präsidentin des International Bateson Institute, Schweden und USA


Inhalte

  • Ein gründliches Verständnis von Struktur, Zeitablauf und Form des Warm Data Lab-Prozesses. Dies schließt Problemlösungs-Richtlinien dessen ein, “was man nicht tut”.

  • Übung in Vorbereiten, Gastgeberschaft und Halten der Gruppe durch den Prozess hindurch.

  • Die damit verbundene Theorie klar erfassen.

Für diesen Prozess sind mehrere Theorien relevant.

  1. Muster, die verbinden

  2. Bertrand Russells logische Typen

  3. Unterschied, der eine Unterschied macht

  4. Mehrfache Beschreibung

  5. Wechselseitiges Lernen und Kalibrierung (Symmathesie)

  6. Iteratives multi-modales Lernen

  7. Autopoeisis (Varela und Maturana)

  8. Geist (G. Bateson)

  9. Systeme und Komplexitätstheorie

  10. Ökologie der Kommunikation

  11. Doppelbindung

  12. Bewusster Zweck

  13. Epistemologische Rahmensetzungen

  14. Veränderung in komplexen Systemen

  15. Interdependenz


Methoden

Storytelling, Embodied Work, Präsentationen und Unterlagen.


Zielgruppe

Jeder, der mit Gruppen arbeitet und das gemeinsame Verständnis von Komplexität verbessern möchte.


Zertifizierung & Aufbaumöglichkeit

Die TeilnehmerInnen erhalten ein Metaforum Teilnahmezertifikat.

Mit diesem Trainingskurs zertifiziert Sie das International Bateson Institute dazu GastgeberIn einer Warm Data Lab Gruppe zu sein. Die Zertifizierung berechtigt jedoch nicht, andere dafür auszubilden, GastgeberIn für Warm Data Labs zu werden.

Zertifizierte WDL-Hosts werden eingeladen, an monatlichen Sitzungen online mit anderen WDL-Hosts auf der ganzen Welt teilzunehmen und sich eingehender mit dem Prozess, der Theorie und der Anwendung anderer zu befassen.