Unser Trainerin Jutta Weimar im Interview

 
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Im Rahmen unserer laufenden Interviewreihe zum Thema „Ideen zusammen tragen“ beantwortet Jutta Weimar folgende zwei Fragen zu ihrem Seminar „Facilitation-Training“ im kommenden Sommercamp 2019:

Was sind die tragenden Ideen meiner Arbeit?

Um der Komplexität unserer Welt zu begegnen und Lösungen für brennende Fragen zu finden, braucht es Räume und Prozesse, in denen sich kollektive Intelligenz entfalten kann. Ich bin davon überzeugt, dass wir heute weniger die „großen Köpfe“ brauchen, die Antworten liefern, sondern Möglichkeitsräume, in denen Menschen gemeinsam essentielle Fragen erkunden und Sinn erschaffen, die ihren Handlungen Richtung geben.

Facilitation ist die Kunst der Herausbildung von Kontakt, Fokus und Verbindlichkeit in Gruppen. Damit dies gelingen kann, wird in der Facilitation alles dafür getan, dass eine Gruppe von der Vielfalt der Teilnehmenden profitieren kann, und sich die Fähigkeit zur Selbststeuerung und zur Selbstorganisation in einer Gruppe entfaltet. Dahinter liegt die Annahme, dass alle Potentiale und Lösungen, die es braucht, um Entwicklungen und Veränderungen voranzubringen, in der Gruppe selbst liegen.

Facilitator*innen gestalten Raum und Zeit, in dem sich Menschen in einer Art begegnen, die es ihnen ermöglicht Vorurteile abzubauen, einander zuzuhören und sich aufeinander einzulassen. Dadurch können Menschen im Dialog frische Gedanken entwickeln und gemeinsam praktische Lösungen voranbringen.

Hierbei spielt die Haltung der begleitenden Person eine essentielle Rolle.

Die wichtigsten Grundannahmen in Bezug auf die Arbeit mit Gruppen dürften bekannt sein. Dazu zählt, dass Menschen sich einbringen und zu einer sinnstiftenden Arbeit beitragen wollen, und dass Gruppen lernfähige, kreative Systeme sind. Probleme, für die es keine einfache Lösung gibt – und genau das sind die Situationen, in denen wir gerufen werden –, brauchen einen Gruppenkontext, in dem ungewöhnliche oder auch unpopuläre Meinungen und Perspektiven Raum bekommen, damit neue Einsichten entstehen können. Je größer das Vertrauen der prozessbegleitenden Person in die Stärke und das Potential der Gruppe, umso höher die Qualität des Ergebnisses. 

Die wichtigsten Themen, um die es in meinem Seminar gehen wird:

  • Entwicklung und Aufrechterhaltung eines sozialen Containers, in dem sich unsere Teilnehmenden einbringen und zu einer sinnstiftenden Arbeit beitragen.

  • Techniken und Konzepte zur Unterstützung von Gruppen, um sich als lernfähige, kreative Systeme zu entdecken und im Dialog frische Gedanken zu entwickeln.

  • Schaffung eines Raums und Kontextes, in dem auch ungewöhnliche oder unpopuläre Meinungen und Perspektiven Raum bekommen, damit neue Einsichten entstehen.

  • ….. und gleichzeitig das Ergebnis im Fokus behalten

Wie trägt mein Seminar dazu bei, diese Ideen in die Welt zu bringen?

Die oben beschriebene Rolle des „Ermöglichens“ hat im Coaching durch diverse Ansätze Verbreitung gefunden. In der Arbeit mit Gruppen erlebe ich im deutschsprachigen Raum immer wieder Ratlosigkeit und eine verbreitete, oft unterschwellige Hoffnung, dass ein Experte/eine Expertin im Thema eine Gruppe zu den besten Erkenntnissen führt. Mit meinen Ausbildungsangeboten, die auf meiner 20jähringen Praxis als Facilitatorin in sehr diversen Feldern beruht, möchte ich Mut machen, auch im Gruppenkontext Menschen zu ermächtigen, ihre Herausforderungen selbst zu lösen, kollektive Weisheit zum Vorschein zu bringen und dabei eine tiefe Lernerfahrung zu machen, die den Kontext verändert, in dem zukünftig neue Lösungen entstehen.

In dem Seminar auf dem Abano-Sommercamp arbeiten wir erfahrungsbasiert und interaktiv und erkunden anhand vieler facilitativer Methoden und Ansätze wichtige Prinzipien und Erkenntnisse in der Facilitation.

Das Besondere im Sommercamp ist darüber hinaus, dass wir als Gruppe das campweite Offene Forum vorbereiten und durchführen. Also ist direkte Übertragung in die Praxis garantiert.

Weitere Interviews gibt es in unserem Blog.